„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ erzählt die Geschichte einer Frau, die aufgrund der Bekanntschaft zu einem vermeintlichen Kriminellen diffamiert und verleumdet wird. Im Verlauf von wenigen Tagen wird die Ehre und die Existenz von Katharina Blum (gespielt von Kerrin Thomas) durch den Journalisten Werner Tötges (Tobias B. Tillmann), den Polizisten Erwin Beizmenne (Sebastian Miß) und den Staatsanwalt Peter Hach (Frank Kreß / Armin Schoof) zerstört.

Diesen Niedergang verfolgt das Publikum auf zwei Ebenen: Erstens durch Einblicke in die Verhöre, denen sich Katharina Blum und ihre Bekannten ausgesetzt sehen sowie durch Einblicke in ihr Privatleben und zweitens durch Gespräche zwischen dem Journalisten Tötges und dem sog. Stellvertreter (Norbert Hossner), einer Figur, die außerhalb der Handlung des Stückes steht und diese kommentiert und bewertet.

Reza Jafari legt den Schwerpunkt seiner Inszenierung darauf, in vielschichtiger Weise das Innenleben der Figuren des Stückes herauszuarbeiten. Die Inszenierung zeigt die Auswirkungen von Lüge und Ungerechtigkeit auf die Gefühle, Hoffnungen und Ängste der Figuren – sowohl auf Seiten der Opfer als auch auf Seiten der Täter. Weiterhin stellt sie die Frage nach dem Wert von Wahrheit in der gegenwärtigen Gesellschaft, die zu Teilen als ‚postfaktisch‘ beschrieben wird und in der Medien als „Lügenpresse“ diffamiert werden.

In weiteren Rollen spielen Thomas van Gent, Mehrnusch Mahdi, Doro Köhn, Bert Röhrlich und Paul Weinhard. Die Musik zur Inszenierung wurde, wie in den letzten Jahren, durch den Aachener Musiker Pascal Fricke komponiert und wird von ihm und Paul Weinhard während den Aufführungen gespielt.

Im Jubiläumsjahr „100 Jahre Heinrich Böll“ inszeniert das chaOSTheater mit „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ das sechzehnte Stück nach seiner Gründung im Jahr 2004.


Presseberichte