gegen.schlag
Box-Theater von Wolfgang Vincke

 „Das ist wie im Leben, jede Runde ist ein Leben, in jeder Runde kann der Kampf zu Ende sein, und um zu erfahren, wie er ausgeht, musst du dabei sein.“

„gegen.schlag“ von Wolfgang Vincke ist ein Stück zwischen Theater und Boxen, ein Box-Theater. Vor dem Hintergrund skizzierter Lebensläufe junger Boxer und ihres Trainers, die in einem sozialschwachen Milieu einer deutschen Stadt aufgewachsen sind, entsteht eine szenische Gemengelage zwischen Schlagen (auf der Straße) und Boxen, zwischen Trivialität und Schönheit. „Ein Stück über vier Runden“, das inhaltlich an die Faszinationskraft von Boxkämpfen anknüpft, die von jeher die Literaten der Welt (Brecht, Kortner, Musil, Hemingway, Cocteau, London u. a.) inspiriert hat.

Die Inszenierung des iranischen Regisseurs Reza Jafari zeigt ein untrennbares Spiel aus Kampf und Lebenskampf: In der Mulde des Ludwig-Forums für Internationale Kunst steht ein Boxring, der sowohl als Bühne für die jungen Akteure Manuel Rittich und Stefan Heiner als auch als Seilgeviert für real ausgetragene Boxkämpfe von Aachener Boxern dient.

In Kooperation des chaOSTheaters mit Boxern des in der OT Josefshaus ansässigen Vereins MTK Boxen Aachen und ihres Trainers Mario Guedes sowie Thai-Boxern aus dem Club Tai-Kien Boxen von Frederick Jungheim ist eine übergreifende Theaterarbeit entstanden, die mehr ist als der dramatische Handlungsverlauf eines herkömmlichen Theaterbegriffs. Theater wird als Ereignis präsentiert, als eine Veranstaltung mehr ästhetischer denn moralischer Art.