Mit einer eindrucksvollen und drastischen zweieinhalbstündigen Aufführung von »Clockwork Orange« durch das Aachener chaOSTheater unter der Regie von Reza Jafari startete am Sonntagabend im St.Vither Triangel das Theaterprogramm des 1. Halbjahres 2011 von arsVitha.
Das Stück des chaOSTheaters geht auf Anthony Burgess’ Roman (1962) und auf Stanley Kubricks Film (1971) zurück. Es entwirft Innenansichten einer zutiefst auf Gewalt fixierten Gesellschaft, der keiner entgeht, weder Alex und seine Gang noch die Mächtigen, die dem Bandenchef mit einer pervertierten Technik seinen Hang zum Verbrechen ein für alle Mal austreiben wollen. Das Stück liefert den Zuschauern eine Mischung aus Gewalt, Hass, Dekadenz, der Lust am Bösen. Es geht um eine brutale Bande, deren Anführer Alex sich mit seinen »Droogies« bei Raubüberfällen und Schlägereien »amüsiert«. Ein Penner wird kaltblütig zusammengeschlagen, ein anderes Opfer vergewaltigt. Nur sein Musikgeschmack passt nicht zu seinem Wesen, denn Alex liebt »den guten alten Ludwig van B.« abgöttisch, besonders dessen 9. Sinfonie. Doch in Alex’ Gang gibt es Hass und Neid. Nach einem für das Opfer tödlich endenden Überfall stellen die »Droogies« Alex eine Falle; er landet in den Fängen des Überwachungsstaats. Alex wird einer Gehirnwäsche unterzogen. Der Überwachungsstaat will in seinen Gefängnissen Platz haben - für noch gefährlichere Kriminelle, politische Gefangene, Regierungskritiker. Regisseur Reza Jafari ist eine beeindruckende Interpretation dieses Stoffes gelungen, die nicht nur durch sensible und doch aufrüttelnde Bilder unter die Haut des Zuschauers geht. Auch die Darsteller überzeugen durch ihr engagiertes Spiel, allen voran Stefan Heiner in der Rolle des Alex. Am Ende der Vorstellung gab es lang anhaltenden Applaus für die gelungene Inszenierung und eine in jeder Hinsicht erstklassige Ensemble-Leistung.
Quelle: Grenz-Echo online