„Die Welle“ erzählt nach dem bekannten Roman von Morton Rhue die Geschichte eines Experiments, mit dem ein Lehrer seinen Schülerinnen und Schülern die Prinzipien von Rassismus und Faschismus verdeutlichen will. Ausgehend von der Frage, wie der Nationalsozialismus in Deutschland von 1933 bis 1945 entstehen und sich etablieren konnte, entwickelt er eine Situation, in der er seine Schulklasse nach autoritären und faschistoiden Funktionsweisen umgestaltet.

Das Publikum folgt den Schülerinnen und Schülern auf ihrem Weg von einer – teilweise sehr chaotischen – Schulklasse  zu einer Gruppierung, die sich an Disziplin und Gehorsam gegenüber der Obrigkeit, dem Recht des Stärkeren, der  Ablehnung von Vielfalt und Komplexität und der Unterdrückung des Anderen und Mehrdeutigen orientiert.
Darüber hinaus gewinnen die Zuschauerinnen und Zuschauer verschiedene Einblicke in das Privatleben von Lehrer und Schülerinnen und Schülern, in ihre Freundschaften, Beziehungen und Familien.
Auf diese Weise ist es möglich, sowohl die Sehnsucht nach als auch die Ablehnung einer homogenen, die Subjektivität negierenden Gruppe einzelner Klassenmitglieder sowie die Motivationen des Lehrers, das Experiment durchzuführen, zu verstehen.

2004 als Jugendtheater der Offenen Tür Josefshaus gegründet und inzwischen zu einem freien Theater der Aachener Szene avanciert, greift das Aachener chaOSTheater mit dem Stück „Die Welle“ ein gesellschaftliches Thema auf, das aktueller nicht sein kann. Mit der Inszenierung von „Die Welle“ möchten Regisseur und Ensemble Fragen nachgehen wie: Wie kann gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit,
wie kann Rassismus, entstehen?
Was führt zur Ausbildung autoritärer Persönlichkeitsstrukturen?
Welche politischen, psychologischen und soziologischen Ursachen bedingen dies?

Das chaOSTheater misst der künstlerischen Reflexion dieser Fragen besonders angesichts aktueller Phänomene wie Gewalt und Ressentiments gegen Flüchtlinge oder den PEGIDA-Demonstrationen eine hohe gesellschaftliche Relevanz bei. Es möchte mit seiner Arbeit zur kritischen Reflexion darüber anregen, wie Gewalt, Hass, Ressentiments und Feindlichkeiten innerhalb der Gesellschaft, innerhalb von Aachen, verhindert und bekämpft werden können.

„Die Welle“ (Buch: Reinhold Tritt) ist das vierzehnte Stück von Reza Jafari als Regisseur des chaOSTheaters. Wie auch in den letzten Jahren wird die Inszenierung durch eigens komponierte Stücke durch den Aachener Musiker Pascal Fricke musikalisch gestaltet.

Das Buch "Die Welle" von Morton Rhue ist bei der Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH erschienen.
Aufführungsrechte liegen beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg.